PRESSEMITTEILUNG 60/2021

Kempten, den 17.02.21

St2020 - Ortsumfahrung Holzgünz - Nachrüstung der ökologischen Überflughilfe im Krebsbachtal - Verkehrseinschränkungen ab 22. Februar 2021

Die Ortsumfahrung Holzgünz wurde am 30.10.2020 für den Verkehr freigegeben. Das Projekt beinhaltet auch eine Vielzahl ökologischer Ausgleichs- und Vermeidungsmaßnahmen, u.a. die Überflughilfen für Fledermausarten. Das zum Artenschutz installierte Monitoring hat nach Verkehrsfreigabe gezeigt, dass im Bereich des Krebsbachtales der erforderliche Kollisionsschutz durch die erfolgte Bepflanzung noch nicht ausreichend ist. Daher ergänzt das Staatliche Bauamt die Bepflanzung durch einen 4,0 m hohen Schutzzaun im Bereich der Krebsbachbrücke und der Talflanken.

Mit dem Bau der Ortsumfahrung wurden aufwändige ökologische Schutz-, Gestaltungs- und Vermeidungsmaßnahmen vorgenommen. Neben Amphibienleiteinrichtungen und Querungen, braucht es über große Teile der Neubaustrecke Überflughilfen für Vögel und Fledermäuse. Diese Funktion wird durch natürliche Leitelemente, d.h. Bepflanzungen, erfüllt, bis zum Aufwuchs der Pflanzen teilweise ergänzt durch sofort wirksame Zäune.

Die Pflanzarbeiten wurden im letzten Herbst vor der Verkehrsfreigabe größtenteils durchgeführt. Südlich des Krebsbachtales werden die aufgestellten Zäune mit Maschengeflecht künftig noch mit einer Hecke eingegrünt.

Die Überflughilfe im nördlich anschließenden Bereich des Talraumes für verschiedene Fledermausarten wurde entsprechend der Baugenehmigung bislang nur in Form einer Bepflanzung ausgeführt.

Augenscheinlich kann die Bepflanzung allein im aktuellen Zustand aber noch nicht die erforderliche abschirmende Wirkung entfalten. Auch bei Austreiben der Bäume im Frühjahr und Verdichtung der Bepflanzung wird die Funktion in voller Wirksamkeit mittelfristig nicht zu gewährleisten sein. Das im Auftrag des staatlichen Bauamts unmittelbar nach Baufertigstellung durchgeführte Monitoring der Fledermausaktivitäten bestätigte ebenfalls die Sinnhaftigkeit einer baulichen Ergänzung für den Artenschutz.

Daher wird nun auch in diesem Bereich die Bepflanzung durch eine technische Anlage (Zaun) ergänzt.

Zum einen wird der bestehende Zaun an der südlichen Hangkante des Krebsbachtales beidseitig mit 4,0 m Höhe  auf je rund 45 m verlängert und in den Talraum weitergeführt.

Zum anderen wird an weiterer Stelle im Bereich des Krebsbaches sowohl an der Brücke als in Weiterführung nach Norden bis zur Hangkante ein Zaun beidseitig als Abschirmung angebracht. Der Zaun hat eine Länge von rd. 115 m und eine Höhe von 4,0 m und wird analog des bereits bestehenden mit einem Maschengeflecht gefüllt.

Damit wird gewährleistet, dass die Fledermäuse in Ihren Flugkorridoren in ausreichender Höhe über die St2020 geleitet werden und nicht der Gefahr einer Kollision mit dem Straßenverkehr ausgesetzt sind.

Die Bauarbeiten beginnen mit vorbereitenden Maßnahmen am Montag, den 22.02.2021. Da am Fahrbahnrand gearbeitet wird, ist es erforderlich, eine Fahrspur als Arbeitsraum zu sperren. Der Verkehr wird örtlich mit einer Ampelsteuerung wechselseitig an der Baustelle vorbeigeführt. Die Verbindung von/zur A96 bleibt durchgehend befahrbar. Die Sperrungen werden auf die unvermeidbaren Zeiträume der laufenden Arbeiten am Fahrbahnrand beschränkt.

Die Bauarbeiten wurden über den Winter technisch geplant und die Ausführung beginnt nunmehr unmittelbar nachdem die Witterung dies erlaubt. Die Bauzeit ist weiterhin abhängig von den Witterungsverhältnissen und dauert voraussichtlich bis Ende März. Wir bitten die Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die Einschränkungen.

Auskünfte erteilt:

Ralf Eisele (Abteilungsleiter): 0831 5243 3640